Neue Lösungsansätze im Kampf gegen HIV

Ein nicht ganz neuer Lösungsansatz in der Herstellung von Medikamenten, wohl aber in der HIV Forschung ist der Einsatz von Pflanzen zur Herstellung von Antikörpern gegen das AIDS Virus. Die Forscher stellten mit Hilfe von Tabakpflanzen Antikörper her, indem in die Pflanzen das Gen mit dem Namen 2G12 eingeschleust wurde. Später wurden die entstandenen Antikörper in speziellen Anlagen isoliert und sollen nun erstmals an einer kleinen Gruppe freiwilliger Probanden getestet werden. Die Erzeugung von Medikamenten auf gentechnischer Basis ist nicht neu. Insulin und eine Vielzahl der heute gebräuchlichen Impfstoffe stammen aus dem Bereich der Gentechnik. Dabei wurde bislang aber auf tierische Zellen und Bakterien gesetzt. Nun sollen Pflanzen diese Aufgabe übernehmen, weil deren Proteine eine bessere Qualität aufweisen, denn bei tierischen oder künstlich hergestellten Zellen besteht immer eine geringe Gefahr der Übertragung von Viruspartikeln oder die Auslösung von Immunreaktionen.

Die HIV Forschung arbeitet nun mit Tabakpflanzen. Diese sind sehr leicht zu kultivieren, auch in großen Mengen, können leicht gentechnisch verändert werden und sind dazu in der Lage, sehr komplexe Proteine herzustellen. Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist in Deutschland im Feldversuch verboten und darf nur in Gewächshäusern stattfinden. Anstatt das Erbgut der Pflanzen zu verändern, besteht für die Forscher auch die Möglichkeit, gentechnisch veränderte Viren in die Pflanzen einzuschleusen, die daraufhin mit der Produktion von Proteinen regieren. Diese Produktion von Antikörpern oder Impfstoffen ermöglicht es, neue Wirkstoffe herzustellen. Da die Pflanzenzellen die Erreger nicht aufnehmen, ist diese Art der Wirkstoffgewinnung besonders sicher. Darüber hinaus wird die Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen vermieden, denn bei dieser zweiten Methode findet keine Veränderung des Erbguts statt. Die Pflanzen werden erst tiefgefroren, danach werden die Wirkstoffe durch Zerstampfen und Zerreiben isoliert.

Die HIV Forschung sucht auf der Basis neuer Erkenntnisse von Genvarianten ebenfalls nach neuen Wirkstoffen gegen das HIV Virus. So wurde in Studien belegt, dass manche Menschen eine Genvariante besitzen, die das Virus ausbremst. In Asien sollen mehr als die Hälfte der Frauen diese Genvariante besitzen, in Europa tragen 15 Prozent der Frauen diese Genvariante in sich, in afrikanischen Ländern rund drei Prozent. Wer diese Genvariante besitzt, weist nach einer Ansteckung weniger aktive Viren im Blut auf. Der Ausbruch der Krankheit AIDS sei um das Vierfache verzögert, womit auch die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich höher sei. Dieses Gen mit der Bezeichnung HLA-B57 hat die Eigenschaft, HIV-Viren auch dann noch als solche zu erkennen, wenn sie im Körper bereits mutiert sind.

Ein weiterer Lösungsansatz der HIV Forschung liegt im Bereich der Enzyme. Hier soll durch bestimmte Enzyme ein Selbstzerstörungsprozess der HIV–Viren ausgelöst werden. Um aufgrund neuer Erkenntnisse ein Medikament zu entwickeln, ist jedoch auch hier noch jede Menge Forschungsarbeit notwendig.

Foto: © Annamartha / pixelio.de

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.

Search

 

Categories

Archive

Meta